Fabian Spitzli
Gründer, dipl. Mentaltrainer & Leadership-Experte
04.06.2026
3 Fehler, die neue Führungskräfte fast alle machen
Du bist neu in der Führungsrolle und willst es richtig machen – aber irgendetwas fühlt sich noch nicht stimmig an?
Diese drei Fehler sind häufiger, als du denkst. Und sie lassen sich vermeiden.
Wusstest du?
67 %
der Mitarbeitenden würden ihren Job wechseln, wenn sie mit ihrer Führungskraft unzufrieden sind.
(Quelle: Gallup Engagement Index 2024)
Der erste Tag als Führungskraft fühlt sich oft gleichzeitig aufregend und überwältigend an. Plötzlich trägst du Verantwortung für Menschen – nicht nur für Aufgaben. Was viele dabei unterschätzen: Die grössten Stolpersteine sind selten fachlicher Natur. Sie liegen in der Haltung, in der Kommunikation und im Umgang mit dir selbst.
In über 1000 Coachings mit Führungskräften aus der ganzen Schweiz begegnen mir drei Muster immer wieder. Hier sind sie – und was du stattdessen tun kannst.
Fehler 1 Du versuchst, alle zu mögen
Viele neue Führungskräfte wollen von ihrem Team gemocht werden – und verwechseln das mit Führung. Sie vermeiden schwierige Gespräche, geben kein klares Feedback und stimmen zu, auch wenn sie eigentlich anderer Meinung sind. Das Ergebnis: Das Team merkt die Unsicherheit, Grenzen verschwimmen, und du verlierst Respekt – genau das, was du verhindern wolltest.
Was du stattdessen tust
Führe mit Klarheit, nicht mit Gefälligkeit. Respekt entsteht durch Verlässlichkeit und ehrliche Kommunikation – nicht durch Zustimmung. Dein Team braucht jemanden, der eine klare Richtung vorgibt. Das ist Fürsorge.
Fehler 2 Du machst alles selbst
Der Reflex ist verständlich: Bisher warst du für deine eigene Arbeit verantwortlich – und gut darin. Jetzt delegierst du und hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Also greifst du wieder selbst ein. Das Ergebnis: Du bist überlastet, dein Team hat keinen Raum zum Wachsen, und du verpasst das Wesentliche deiner neuen Rolle.
Was du stattdessen tust
Delegiere nicht Aufgaben, sondern Verantwortung. Erkläre das Ziel, nicht jeden Schritt. Wer seinen Mitarbeitenden vertraut, befreit sich selbst – und stärkt das Team.
Fehler 3 Du vernachlässigst dich selbst
Führung kostet Energie. Neue Führungskräfte unterschätzen das oft – und geben alles nach aussen, während sie innerlich leerlaufen. Kein Ausgleich, kein Innehalten, kein ehrlicher Blick auf die eigene Verfassung. Das führt zu Reizbarkeit, schlechten Entscheidungen und mittelfristig zur Erschöpfung.
Was du stattdessen tust
Selbstführung ist keine Schwäche – sie ist die Grundlage. Plane bewusst Regenerationszeit ein. Wer sich selbst kennt und stabil bleibt, führt mit mehr Klarheit und Ruhe
„Ich glaube nicht an perfekte Führung. Ich glaube an ehrliche – mit Ecken, Kanten und Herz." — Fabian Spitzli, Gründer melcos GmbH
Diese drei Fehler sind keine Zeichen von Schwäche. Sie sind Zeichen dafür, dass du in einer neuen Rolle steckst und dich entwickelst. Der Unterschied zwischen Führungskräften, die wachsen, und denen, die feststecken, liegt oft nicht im Talent – sondern in der Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen.
Wenn du merkst, dass du dich in einem dieser Muster wiedererkennst: Das ist der Anfang. Nicht das Ende.